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Hier im Bild zu sehen ist das Trier`sche Institut der Frauenklinik des damaligen Krankenhauses St. Jakob in Leipzig in der Liebig-/Stephanstraße ca. um 1910. Die Bebauung ist vollständig symetrisch in Bezug auf das große Ecktreppenhaus im Wilhelminischen Baustil des ausgehenden 19. Jahrhunderts ausgeführt. Der Anblick erinnert durch die verklinkerte Fassade an einen typischen Kasernenbau. Die Balustrade über dem Eingangsbereich ist als Balkon nutzbar. Es handelt sich um einen Zweckbau, welcher aufgrund seiner großzügigen Dimensionierung auch in späteren Zeiten den unterschiedlichen Anforderungen gerecht wurde und somit kaum bauliche Änderungen erfahren mußte. Die im Laufe der Zeit der DDR vorgenommenen Änderungen beschränkten sich im Wesentlichen auf die Beseitigung von Kriegsschäden, welche der Gebäudekomplex während der Bombardements in 1943/44 erlitten hatte.
Derselbe Blick  ca. 110 Jahre später am 21.11.2020. Die Eckbebauung ist in wesentlichen Bestandteilen in ihrer Kubatur bis in die heutige Zeit erhalten. Der rechte Gebäudeflügel wurde bereits in der Weimarer Republik baulich verändert. Im Zuge der ab 2006 ausgeführten Komplettsanierung  wurde die Dachlandschaft des gesamten Gebäudekomplexes entfernt und eine weitere Etage aufgesetzt. Unabhängig davon sind sehr viele filigrane Fassadendetails wie Bekrönungen, Zahnleisten erhalten geblieben. Allerdings verschwand durch die Sanierung der letzte Rest des monumentalen Tafelaufsatzes über dem Eckaufgang. In der 2. Etage des rechten Gebäudeflügels arbeitete meine Frau Ines Köhler geb. Prautzsch auf der Station 69 bis ins Jahr 1997. Später arbeitete sie bis auf der gleichen Etage, nur im linken Gebäudeflügel auf der Station 63, bis 2005 als das Gebäude zur Vorbereitung der Sanierung freigelenkt wurde.

 

 

 

 

 
Hier ist die ehemalige Ernst-Thälmann-Straße in Gaschwitz mit den Häusern 299-303 von vorn nach hinten zu sehen. Das Ladengeschäft im Haus 303 wurde im Zeitraum von ca. 1939/40 bis Ende der 1970er Jahre duch die Familie Franke als "Kolonialwarenladen" betrieben. Die Familie Franke war nach Gaschwitz gekommen, da Sie ein gleichartiges Geschäft in Leipzig, in der Landsberger Straße, aufgeben mußte. Deren Tochter Renate Tauchert geb. Franke, welche in die Nachfolgefamilie der Familie Küpp eingeheiratet hatte, verbrachte in diesem Haus ihre Kindheit. Auf dem Bild zu sehen ist auch das Motor-Lastendreirad der Familie Franke, welches zum Aufnahmezeitpunkt direkt vor dem Laden parkt. Derselbe Anblick in die nunmehrige Hauptstraße am 21.11.2020 ca. 70 Jahre später. Die Bebauung ist fast unverändert vorhanden. Alle Häuser wurden stilgerecht saniert. Zuletzt auch das Haus Nr. 303, welches bis vor Kurzem noch einen letzten Schandfleck in Gaschwitz darstellte. Die Fassaden wurden alle detailgetreu und denkmalgerecht wiederhergestellt. Es wurde darauf geachtet, daß historisierende Elemente wie Nutungen, Türprofilierungen, Fachwerk und Giebelmauerwerk erhalten wurden. Bemerkenswert ist auch, daß die Hintergrundbebauung des Gaschwitzer Gutes mit der Orangerie noch fast originalgetreu erhalten ist. Durch die farbenfrohe und detailreiche Gestaltung ist die Wiederherstellung eines städtebaulichen Kleinods gelungen.

 

 

 
 
Zu sehen ist das im Jahre 1921 gebaute Vereinshaus (im Volksmund "Gartenkantine") des Kleingartenvereins "Freiland" e.V. in Leipzig-Paunsdorf ca. im Sommer des Jahres 1980. In diesem Gebäude befand sich von Mitte der 1960er Jahre bis Mitte der 1980er das Konstruktionsbüro der Abteilung Stahlbau des VEB Industriemontagen Leipzig (IMO Leipzig). Hier war mein Vater Stephan Köhler als Konstrukteur und Statiker im Zeitraum von ca. 1975 - 1981 tätig. Aufgrund der dörflichen Atmosphäre fühlte sich mein Vater dort sehr wohl. Ich durfte meinen Vater mehrfach, erstmals 1978, von der Arbeit abholen. Somit wurde auch mir dieser Ort sehr vertraut. Auf der Aufnahme sind die Fenster zu erkennen, hinter denen der Arbeitsplatz meines Vater mit seinem Reißbrett lag. Deutlich ist die einfache Bauausführung des Vereinshauses zu erkennen. Es handelt sich um eine Fachwerk-Holzkonstruktion mit Ausmauerung und 2-facher Putzlage, welche eindeutig auf der Fassadenoptik zu erkennen ist.
Der Anblick desselben Fassadenbereichs am 16.01.2021. Das ehemalige 3-fach-Fenster wurde im Zuge einer Außensanierung komplett in eine kombinierte 2. Eingangssituation mit nur noch einem Fenster geändert. Die Umbauten sind vorgenommen worden, weil eine Elektro-Firma als Nachmieter diesen zusätzlichen Zugang als Lagereingang benötigt hat. Die Gebäudekubatur ist noch eindeutig zu erkennen. Der Haupteingang enstpricht noch meinen Erinnerungen.   Sonst erinnert aber wenig an die frühere Kleingartenidylle. Die Fassade wurde mit einem nicht denkmalschutzgerechten Wärmedämm-verbundsystem versehen. Die Holzläden vor den Fenstern sind nicht mehr original wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Diese sind unproportional groß und sollen wohl durch die größere Abdeckfläche einbruchsicherer wirken. Derzeit scheint das Gebäude wieder als Vereinsheim genutzt zu werden. Dieses suggeriert zumindest ein Schaukasten neben dem Eingang. Bleibt zu hoffen, daß das Gebäude seinen 100. Geburtstag dieses Jahr würdig begehen kann.

 

 


 

Hier eine Aufnahme der Stettiner Straße 128, der heutigen Gorkistraße 128, mit Seitenblick in die Bergerstraße in Leipzig-Schönefeld von ca. 1937/38. In diesem Haus wohnte im 4. Obergeschoss mit Blick zur Bergerstraße von 1916 - ca. 1926 die Familie meiner Urgoßeltern Wolfram. Mein Urgroßvater wurde von der Eisenbahn beruflich von Plauen nach Leipzig versetzt. In diesem Hause verbrachte meine Großmutter Dora Emma Küpp geb. Wolfram ihre Kindheit und Jugend. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wohnten ihre Eltern aber bereits im Kohlweg 40 in Leipzig-Schönefeld. Sie erzählte mir sehr viel von ihrem Leben dort, wie ich es schon in den Beiträgen zum Stannebeinplatz und der Schulskizze zur Stettiner Straße 128 in den historischen Orten I beschrieben habe. In der Bergerstraße wurde z.B. im Winter mit Holzschuhen von Bordstein zu Bordstein geschlittert bis die Schuhe abgenutzt waren und es großen Ärger mit den Eltern gab. Dieses Haus als historischer Ort stellt den Ort des Beginns der Entwicklung meiner mütterlichen Familienseite in Leipzig dar.
Derselbe Blick auf dasselbe Objekt am 30.01.2021. Es ist fast im Detail dasselbe Gebäude. Die Fassadengliederung mit allen Bekrönungen und Gurtbandgesimsen ist fast 1:1 noch vorhanden. Nur beim genaueren Hinsehen stellt man fest, daß die optischen Stuckauflager unter den Fensterbekrönungen und dem Dachgesims fehlen. Ich hatte immer angenommen, daß die Fassade ihre eigentliche Feingliederung im letzten Weltkrieg eingebüßt hätte und die heutige Optik im Zuge einer Sanierung in DDR-Zeiten lediglich vereinfacht wiederhergestellt worden wäre. Dem ist aber nicht so. Selbst die Gewerbezonen existieren noch in der gleichen Form wie früher, wenn diese heute auch leer stehen. Leider wurden die Fenster und auch die Hauseingangstür nicht denkmalschutzgerecht wiederhergestellt, was ohne Schwierigkeiten möglich gewesen wäre. Ein weiterer Wermutstropfen ist die wieder beginnende Entwertung der gerade abgeschlossenen Sanierung durch Graffiti wie sie in ganz Leipzig leider Alltag ist.

 


 

Zu sehen ist die Ortsmitte des Dorfes Schönau mit dem Ensemble des Dorfladens, des Dorfteiches und der Kirche aus dem 16. Jh. im Jahre 1907. Das Dorf befindet sich westlich von Leipzig auf halben Wege nach Markranstädt an der B87. Am Ende der 1970er Jahre mußte das Dorf der Neubebauung der Siedlung Grünau, genauer gesagt dem Wohnkomplex (WK) 5.1 weichen. Als ich mit meinen Eltern 1981 nach Grünau ins WK 5.1 zog, konnte ich das Ende des Rückbaus der dörflichen Bausubstanz noch selber mitereleben. Das Einzige was blieb war die auf dem Bild zu sehende Bebauung mit einem weiterem 3-Seit-Gehöft, obwohl der Dorfteich und der Dorfladen damals schon verschwunden waren. Der Dorfteich wurde bereits 1928 verfüllt, der Dorfladen soll in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts aufgegeben worden sein. Bis heute verkörpert diese verbliebene Dorfbebauung für mich Heimat und Kindheitserinnerung zugleich.
ziemlich genau 114 Jahre später, am 24.07.2021, stellt sich das Ensemble örtlich fast unverändert dar. Die Gebäude sind fast alle noch vorhanden, die Örtlichkeit des Dorfladens ist nach wie vor immer noch an der Fassade erkennbar. Die Fläche des Dorfteichs ist ebenfalls noch gut ersichtlich und nicht überbaut. Bei starken Regenereignissen ist die ehemalige Teichfläche sehr feucht und sumpfig. Ein Beweis für die frühere Nutzung, obwohl sie schon seit kanpp 100 Jahren verfüllt wurde. Die Bäume auf dem heutigen Bild entsprechen im Standort teilweise noch den Standorten von vor 114 Jahren wie im linken Bild zu sehen. Dies ist besonders deutlich an dem Baum links des Gartentores zum Kirchhof zu erkennen. Es ist ein schönes, schattiges Plätzchen, welches ich während meiner fast täglichen Jogging-Runden immer wieder passiere. Es ist langfristig geplant, das Dorf Schönau zu reaktivieren und die verbliebene Bebauung zum Mittelpunkt des neu zu entstehenden Dorfes zu machen.